Selmer Reference 54 Alt

Selmer Reference 54 Alt

Das Selmer Reference 54 Alt ist ein professionelles Es‑Altsaxophon, das sich klanglich und ergonomisch am Mark VI orientiert, aber mit moderner Konstruktion und intonatorischen Verbesserungen gebaut ist.

Konzept und Bauidee

  • Referenz auf 1954: Die „54“ verweist auf das Baujahr der ersten Mark‑VI‑Saxophone; das Alt ist als moderne Interpretation mit Vintage‑Charakter gedacht.
  • Kein 1:1‑Reissue: Selmer kombiniert typische Mark‑VI‑Merkmale (Mensur, Tonlochnetz, Klappenlayout) mit aktuellen Verbesserungen bei Intonation und Mechanik.
  • Zielgruppe: Vor allem Jazz‑ und Popspieler, die einen eher vintage‑artigen, druckvollen Ton mit moderner Zuverlässigkeit suchen.

Klang und Spielgefühl

  • Klangcharakter: Runder, farbenreicher, zentrierter Ton, eher offen und „jazzig“, mit deutlicher Nähe zu späteren Mark‑VI‑Altos der 70er‑Jahre.
  • Blaswiderstand: Spürbar erhöhter Widerstand, kein „von selbst“ spielendes Horn; gibt viel Gegenhalt für Spieler, die mit Luftdruck und Dynamik arbeiten.
  • Ansprache/Intonation: Saubere Ansprache über den gesamten Umfang, intonatorische Schwächen des alten Mark VI (z.B. bestimmte Problem‑Töne) wurden gezielt geglättet.
Ergonomie und Verarbeitung
  • Klappenwerk: Kompakte, präzise Mechanik mit moderner Selmer‑Ergonomie; Griffgefühl „mark‑sechsig“, aber sehr komfortabel, schnelle Eingewöhnung.
  • Tonlöcher/Polster: Gezogene Tonlöcher, Lederpolster mit Kunststoffresonatoren (braune Reflektoren, nicht imprägniert – dadurch kaum Schmatzgeräusche beim Öffnen).
  • Ausstattung: Hoch‑Fis‑Klappe, blaue Stahlschraubenfedern, verstellbarer Metall‑Daumenhaken
Optik und Finish
  • Finish: Dunkler Goldlack („vintage dark“), teils auch als „antique“/„antiqued lacquer“ angeboten, mit spezieller Reference‑Gravur am Schallbecher.
  • Gravur: Nach dem Lackieren eingearbeitet, dadurch zweifarbige Wirkung (dunkler Lack, hell abgesetzte Gravur).

Dieser Artikel von Klaus Dapper hatte mich damals inspiriert.

Meine eigene Erfahrung:

Für mich ist es optisch mein „schönstes“ Saxofon.

Es hat bei mir einen „schlankeren weniger fokussierten Klang“ im Vergleich zum A-WO20. In den Höhen kann ich es etwas schlechter intonieren.